Die Geschichte des TSV Erlenbach

1899 ist Deutschland eine kaiserliche Republik und wird von Wilhelm II. regiert. Erlenbach, eine Weinbaugemeinde von ca. 1150 Einwohnern, leidet immer noch unter dem Jahrhundertunwetter von 1897.

Dennoch gewinnt die Idee des Turnens immer stärkere Bedeutung und in diesem Umfeld gründeten sieben Idealisten

Theodor Mack, Anton Vogt, Robert Mohr, Pius Mühleck, Karl Stellwag, Karl Ingelfinger und Franz Fischer

im Sinne von Turnvater Jahn die Turnabteilung und somit die Basis für den TSV Erlenbach.

Ehrung der ersten Mitglieder. Als erster Vorstand wurde Karl Ingelfinger und als erster Turnwart Franz Fischer gewählt. Der Turnbetrieb wurde zunächst in der "Alten Kelter", dem Gemeindehaus und auf den "Engelwirtwiesen" abgehalten. Doch trotz dieser bescheidenen Trainingsstätten erreichten die Erlenbacher Turner in der Leichtathletik, im Geräte- und Bodenturnen schon vor dem Ersten Weltkrieg einen beachtlichen Leistungsstand.

Nach dem Ersten Weltkrieg, bei dem 23 Sportler ihr Leben verloren, war es Gipsermeister Josef Nachbar zusammen mit Ehrenvorstand Dr. Theodor Berberich, die den Verein wieder in Schwung brachten.

Das zunehmende Interesse der Jugend am Fußball fand bis 1934 bei der Vorstandschaft wenig Gehör und so wurde noch 1930 der Kauf eines Speers und Diskus wichtiger als der Kauf eines Fußballs angesehen. Doch 1934 musste die Vorstandschaft, wenn auch widerwillig, dem Druck der Jugend entsprechen und der Gründung einer Fußballabteilung zustimmen. Als 1. Abteilungsleiter wurde Eugen Fischer und als Stellvertreter Erwin Fröhlich gewählt. Von Beginn an schlug sich die Fussballabteilung sehr erfolgreich und schon ein Jahr später entstand eine Jugendmannschaft.

Ab 1949 regiert auch in Erlenbach der König Fußball das Vereinsgeschehen und Namen wie Halupka, Lehnert, und Heinz waren ab sofort auf allen Sportplätzen im Unterland gefragte Namen.

Die Gemeindeverwaltung, allen voran Bürgermeister Alfons Biermann, drängte auf den Neubau einer Mehrzweckhalle und eines neuen Sportplatzes. 1964 war es dann soweit, die Gemeinde Erlenbach konnte soweit Vereinen und dem Schulsport eine zu dieser Zeit bestens geeignete Mehrzweckhalle übergeben.

Um der Förderung der Jugend und des Breitensports Nachdruck zu verleihen, wurde 1988 der Förderverein des TSV Erlenbach gegründet.

Wiederum wurde den Wünschen der Vereine durch die Gemeindeverwaltung und Bürgermeister Karl Alber entsprochen und eine Sport-und Kulturhalle zum Gemeindezentrum Erlenbach - Binswangen erbaut. Dadurch ergaben sich für den TSV Erlenbach neue Möglichkeiten in Bereich Hallensport.

100 Jahre Vereinsgeschichte sind eine sehr lange Zeit, in der es immer wieder nur durch starke, ehrgeizige, vorausschauende und engagierte Mitglieder möglich war, das Vereinsschiff im Wind zu halten. So hat sich der Turn- und Sportverein Erlenbach ständig weiterentwickelt und bietet im Jahre 2001 in 6 Abteilungen Breitensport für fast alle Altersstufen. 

Für die Volleyballabteilung wurde im Jahr 2011 in Zusammenarbeit mit der Gemeinde ein Beachvolleyballfeld errichtet. Zudem spielen seit dem gleichen Jahr auch die Aktiven Fußballer in einer Spielgemeinschaft mit dem TSV Binswangen als SGM Erlenbach-Binswangen. Im Jugendbereich war dies schon 30 Jahre der Fall.

Im Jahr 2014 wurde mit der Rhythmischen Sportgymnastik die 7. Abteilung gegründet, mit der das Sportangebot für Mädchen erweitert werden konnte.

Nach vielen Jahren Pause wurde die Winterfeier des Gesamtvereins 2015 wieder ins Leben gerufen und wird seitdem im 2-jährigen Rhythmus durchgeführt.

Nach langen Überlegungen wurde 2017 schweren Herzens der traditionsreiche Standort des Waldfestes am 1. Mai im Steinbruch am Kayberg aus wirtschaftlichen Gründen verlassen. Seitdem findet das Fest als „Wengertfeschd“ am Hochbehälter statt.

Erstmals in der Vereinsgeschichte führte die Fußballabteilung 2018 einen Abteilungsbeitrag ein, der zusätzlich zum Mitgliedsbeitrag bezahlt wird.

Der Mitgliederstand ist inzwischen auf stolze 993 Vereinsmitglieder, darunter 328 Kinder und Jugendliche, angewachsen (Stand 31.12.2018).

Es gilt deshalb allen Verantwortlichen von den Gründungsmitgliedern bis heute, Dank zu sagen und zu hoffen, dass es auch in Zukunft Männer und Frauen gibt, für die Vereinsarbeit zum Wohle unserer Kinder eine wertvolle Aufgabe darstellt.

 

 
 
 
 
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